ÜBER MICH

Vor rund 26 Jahren nach vielen Umbauten am Haus und andere schweißtreibenden Tätigkeiten, betrachtete ich die Glasbausteine im Flur unseres Hauses. Es sah für mich einfach nicht mehr zeitgemäß aus. Aber was könnte ich verbessern? Glasbausteine raus und Kunststofffenster rein? Dann würde ich ja klares Glas durch klares Glas ersetzen. Gibt es denn da nicht interessantere und ansprechendere Lösungen?

Eines Tages sah ich mir im Fernsehen einen amerikanischen Spielfilm an. In diesem Streifen wurde ein Hausflur mit einem sehr großen Tiffany-Fenster gezeigt. Das war die Lösung!

Also ging ich zuerst zu einem Fensterbauer und klärte mit ihm in einem Gespräch, wie das Tiffany-Bild in eine Thermopenscheibe eingebaut werden könne. Nachdem das technische Problem gelöst war, ging ich zu einem Glaser und ließ mir von ihm ein Angebot für ein Tiffany-Bild machen. Es sollte die Dimensionen 98 x 200 cm besitzen. Als er mir aber den Preis nannte, viel ich aus allen Wolken – das war eine Hausnummer zu groß für mich.

Der Gedanke spukte mir  immer wieder in meinem Kopf herum. Wie kann ich nur dieses Problem lösen? Es blieb nur eines übrig: ich musste das Bild selber herstellen. Die Herstellung eines solchen Bildes konnte doch nicht so schwer sein. Ein bisschen Glas, ein bisschen Lötzinn und fertig ist ein buntes Tiffany-Bild. Gelötet habe ich ja schließlich als Elektriker mein Leben lang.

Also ging ich in einen Hobbymarkt für Tiffany-Zubehör. Dort kaufte ich mir einen einfachen Glasschneider, etwas buntes Glas, einen Lötkolben, eine einfache Schnittlaufzange, Kupferfolie, Lötwasser und Lötzinn.

Ich begann mit einfachen Bildervorlagen. Die ersten Bilder hatten sehr breite Lötnähte, weil der Glasschnitt sehr grob und ungenau war. Es floss auch immer wieder etwas Blut, da die Glasschnittflächen sehr scharfe Kanten aufwiesen. Die Verletzungen fügte ich mir in den meisten Fällen beim Umwickeln des Glases mit Kupferfolie zu.

Um weiteren Verletzungen zu vermeiden, wäre es das Beste eine Glasschleifmaschine zu kaufen. Doch schreckten mich zu diesem Zeitpunkt die Anschaffungskosten von ca. 460 DM ab.

Was blieb mir also anderes übrig, als selber so eine Maschine zu bauen. Einen 12V Scheibenwischermotor holte ich mir vom Autoschrottplatz. Jetzt brauchte ich mir nur noch ein regelbares Netzgerät bauen, was für mich als Mann vom Fach kein großes Problem darstellte.  Das dazu gehörige Gehäuse wurde aus einfachen PVC-Platten zugeschnitten und dann zusammengeklebt; Glasschleifer angeschraubt und fertig. Alles zusammen genommen hat mich die erträumte und schmerzlindernde Maschine so nicht mehr als       33 DM gekostet.

In den vergangenen Jahren habe ich mein handwerkliches Geschick zur Herstellung der Bilder immer wieder verfeinert. Die Lötnähte wurden zunehmend dünner und auch die Motive komplexer. Die Anwendungsmöglichkeiten für diese Kunstform kennt keine Grenzen. Wie man auf meinen Seiten sehen kann habe ich mittlerweile von Leuchten und Spiegeln über Windspiele bis zu bekannten Kunstobjekten nachempfundenen Bildern verschiedenste Objekte erstellt.

Ich habe nun schon einige Tiffany-Uhren gestaltet, die sich auch größtenteils im Wohnzimmer unseres Hauses wiederfinden. Gepaart mit quarzgenauem Uhrwerk eine sinnvolle, nutzenstiftende aber auch nicht ganz leise Lösung.

Ausstellungen folgten und auch Bekannte und Verwandte zeigten großes Interesse an den Tiffany-Objekten. Ich habe mich im Laufe von Jahren nun vom handwerklich geschickten Einsteiger zum Entwickler eigener Projekte gemausert. Nur eines hat sich in der langen Zeit nicht geändert: die Glasbausteine im Flur unseres Hauses gibt es immer noch!

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